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Tschad

Im Tschad leben etwa 16 Millionen Menschen, von denen laut der Weltbank die Hälfte unterhalb der Armutsgrenze lebt. Menschen mit Behinderung - einschließlich die Opfer von explosiven Kriegsresten – gehören zu den ärmsten und schutzbedürftigsten Menschen im Tschad. Außerdem sind Tausende von Menschen von Minen und explosiven Kriegsresten bedroht, die von verschiedenen Konflikten übriggeblieben sind. 

© Till Mayer / HI

Laufende Aktivitäten

Handicap International (HI) führt Nothilfe- und Entwicklungsprojekte durch, darunter Minenräumung, Hilfe für Menschen mit Behinderung, Inklusion, physische Rehabilitation und inklusive Bildung. Wir suchen nach innovativen und nachhaltigen Lösungen, um besser auf die tatsächlichen Bedürfnisse zu reagieren und die sozioökonomische Entwicklung der schutzbedürftigsten Menschen zu unterstützen. Im Norden des Landes hat HI zum Beispiel ein groß angelegtes Projekt zur Minenräumung und wirtschaftlichen Entwicklung (PRODECO) in Zusammenarbeit mit der Mine Advisory Group (MAG), Secours catholique et développement (SECADEV) und der Fondation Suisse pour le déminage (FSD) ins Leben gerufen. 

Das Projekt ODYSSEE 2025 hat es uns außerdem ermöglicht, unseren innovativen Ansatz zur Minenbekämpfung durch den Einsatz von Drohnen, elektronischen Tablets und neuen Technologien auszubauen. So können auch die Maßnahmen zur Reduzierung bewaffneter Gewalt verbessert werden. 

Einsatzbereiche

Neues aus den Projekten

Minensuchdrohnen
© John Fardoulis/HI

Minensuchdrohnen

In Faya-Largeau (Nord-Tschad) hat HI begonnen, Minensuchdrohnen zu testen. Das Ziel ist, genauer herauszufinden, welche Gefahren in und auf dem Boden lauern – Die neuen Drohnen sind eine Revolution in der Minenräumung! HI-Projektleiter Xavier Depreytere erklärt mehr zum Projekt.

Entwicklungsprogramm im Tschad
© Benoit Almeras / Handicap International

Entwicklungsprogramm im Tschad

Handicap International startet ein breit angelegtes Entwicklungsprogramm im Tschad. Ziel des Projekts sind die Entminung verseuchter Gebiete, die Einführung eines Sozialversicherungssystems und das Beleben der wirtschaftlichen Aktivitäten in den nördlichen Regionen (Borkou, Ennedi, Tibesti) und in der Region Lac Tschad. Auf vier Jahre ausgelegt, ist dieses Projekt mit 23 Millionen Euro das finanziell umfangreichste, das je von unserer Organisation umgesetzt wurde. Thomas Hugonnier, Leiter der Minenaktionen für Handicap International, erklärt die Idee dahinter.

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Hintergrund

Karte des HI-Einsatzes im Tschad

Der Tschad, ein Land, das hauptsächlich ländlich geprägt ist, zählt zu den 10 ärmsten Ländern im Index der humanitären Entwicklung. Seit der letzten Präsidentschaftswahl 2016 und dem Fall des Ölpreises im Jahr 2014 befindet sich das Land in einer tiefen Rezession. 

Der Tschad ist seit 2003 von verschiedenen humanitären Krisen betroffen. Diese Krisen stehen im Zusammenhang mit großen Bevölkerungsbewegungen in den Grenzgebieten, darunter Flüchtlinge aus dem Sudan im Osten, Flüchtlinge und Rückkehrer aus der Zentralafrikanischen Republik im Süden und in jüngerer Zeit nigerianische Flüchtlinge und Binnenvertriebene in der Provinz Lac im Westen des Landes. Boko Haram destabilisiert weiterhin die Region Lac. Im Jahr 2020 führte die Regierung die Operation Bohoma Anger durch, um gegen Boko Haram in der Region zu kämpfen. Die Angriffe der bewaffneten Gruppe - Entführungen, Morde, Raubüberfälle, Brände - gingen trotzdem weiter und die Sicherheitslage ist zunehmend instabil. Aufgrund der durchlässigen Grenzen zu Burkina Faso, in welchem sich seit Januar 2015 Terroranschläge ereignen, ist das Land einer wachsenden terroristischen Bedrohung ausgesetzt.

Anzahl der HI-Mitarbeiter*innen: 160
Eröffnungsdatum des Programms: 2014
 

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