Coronavirus in Pakistan: Saima und ihre Familie kämpfen ums Überleben

Pakistan

Saima lebt mit ihrem Mann und drei Kindern in einem Vorort von Karatschi in Pakistan. Seit ihrer Kindheit sitzt sie im Rollstuhl. Durch die Pandemie und die Ausgangssperre ist ihr Alltag schier unerträglich geworden. 

Saima, ihr Mann und ihre drei Kinder

Saima, ihr Mann und ihre drei Kinder | © HI

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus treffen die Schutzbedürftigsten und Menschen mit Behinderung am schwersten, weil sie oft weder Geld noch Lebensmittel zur Verfügung haben. HI (Handicap International) hilft ihnen, die Krise zu bewältigen.  

Saimas Ehemann, der als Tagelöhner arbeitet, hat seit einem Monat kein Einkommen mehr. Sehr schnell gingen der Familie mit drei Kindern die Lebensmittel aus. Essen aufzutreiben wurde zu einem Überlebenskampf. Saima und ihr Mann müssen zu einer Ausgabestelle reisen, die zwei Stunden von der Wohnung der Familie entfernt ist. Dort erhalten sie Nahrungsmittel für einen Monat. Sie sind vollständig auf die humanitäre Hilfe angewiesen. 


Ohne Gesundheitsversorgung
Als ihr Sohn vor einigen Wochen sehr krank wurde, hatte Saima nicht die Möglichkeit, ihn zur Behandlung ins Krankenhaus zu bringen. Schweren Herzens musste sie ihr Kind zu Hause pflegen, wo es ohne jede medizinische Behandlung von selbst wieder gesund werden musste. 

„Ich hätte mit dem Rollstuhl ins Krankenhaus fahren müssen, das ziemlich weit weg ist. Da ich meinen Rollstuhl mit den Händen anschieben muss, bin ich einem hohen Risiko ausgesetzt, mich mit dem Virus anzustecken. Also blieb ich mit meinem Sohn zu Hause und sorgte dafür, dass das Fieber zurückging“, sagt sie.

Das Leben vor Corona

Bevor das Virus Pakistan erreichte, nahm Saima gerade an einer Ausbildung von HI teil. Dort lernte sie Sticken und Nähen. So hatte die Familie eine weitere Einkommensquelle in Aussicht, um das Einkommen des Mannes zu ergänzen.

„Saima war im Alter von einem Jahr an Polio erkrankt und ist seitdem hüftabwärts gelähmt. Wie die meisten Menschen mit Behinderung in Pakistan war sie ihr Leben lang vom Schulsystem und vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen. Mit einer Ausbildung könnte sich das Familieneinkommen erheblich steigern lassen“, erklärt Sumaira Bibi, Projektbetreuerin von HI in Pakistan.

Durch das neue Zusatzeinkommen wäre das Ehepaar in der Lage gewesen, die Kinder in die nahegelegene Schule zu schicken. Saima hofft, dass das Coronavirus so schnell wie möglich gestoppt wird, damit die ärmsten Menschen, insbesondere Menschen mit Behinderung, nicht mehr unter der Situation leiden müssen. In der Zwischenzeit hilft HI der Familie durch diese schwierigen Zeiten.
 

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