“Ich fühle mich sehr wohl bei der Arbeit. Meine Behinderung beeinträchtigt meine Arbeit überhaupt nicht.“

Senegal

Boubacar, 33, arbeitet als Rechtsberater für das Ministerium für Afrikanische Integration, für NEPAD[1] und für Good Governance Africa. Aufgrund einer körperlichen Behinderung entstehen für ihn Hindernisse am Arbeitsplatz. Handicap International hilft ihm, diese zu überwinden. Wir haben auf seine Fähigkeiten aufmerksam gemacht und zeigten dem Ministerium für Öffentliche Dienstleistungen, wie wichtig es ist, Menschen mit Behinderung im Mitarbeiterstab zu haben.

Die Krücken immer in Reichweite: Stolz zeigt uns Boubacar sein Büro im Ministerium und berichtet von seiner Arbeit. | © E. Fitte-Duval / Handicap International

Student mit Sinn fürs Gemeinwohl

Boubacar kommt aus Casamance im Süden Senegals. Nachdem er sein Abitur erhalten hatte, zog er nach Dakar und ließ seine Mutter und seine sechs Brüder und Schwestern zurück. Nach seinem Abschluss in öffentlichem Recht erwarb er einen Magister in Migrationsrecht. Er setzt sich aktiv für die Gesellschaft ein. Während er an der Universität Dakar studierte, übernahm er den Vorsitz der Organisation der Studierenden mit Behinderung.

Boubacar hatte als Junge Kinderlähmung. Jetzt braucht er zum Laufen Krücken. Jahrelang hat es ihm seine Behinderung schwer gemacht, eine Arbeitsstelle zu erhalten. „Ich habe führende internationale Organisationen angeschrieben“, erinnert er sich. „Man hat mir ein Praktikum angeboten. Aber nachdem man mich zum Bewerbungsgespräch eingeladen hatte und sah, dass ich eine Behinderung hatte, hörte ich nichts mehr.“

Rechte und Fähigkeiten fördern

Um gegen diese Art der Diskriminierung vorzugehen, haben wir in der Region Dakar ein Projekt zur Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz ins Leben gerufen. Innerhalb dieses Projekts unterstützten wir Boubacar über ein Jahr lang durch sowohl eine Fachkraft für Sozialarbeit als auch eine Fachkraft für Berufsberatung. Wir schätzten seine Fähigkeiten ein und halfen ihm, für seine zukünftige Karriere einen Plan zu erstellen. Seine beiden Kontakte schlugen ihm vor, unseren Kurs über soziale und verhaltensmäßige Fähigkeiten zu besuchen, um mehr über Arbeitsplätze zu lernen.

Vor einem Jahr halfen wir Boubacar, sich beim Ministerium für Öffentliche Dienstleistungen um eine Stelle zu bewerben. Dadurch erhoffte er sich, eine Position erlangen zu können, die seinen Qualifikationen entsprach.

Eine verantwortungsvolle Position beim Ministerium

Boubacar wurde schließlich eine Stelle beim Ministerium für Afrikanische Integration, NEPAD und Good Governance Africa angeboten. Es ist eine herausfordernde Stelle, die seinen Fähigkeiten im Rechtswesen und seinen beruflichen Zielen entspricht. Boubacar vertritt seinen Bereich bei Themen zur wirtschaftlichen und sozialen Inklusion, zur Migration und zum Umweltschutz. Darüber hinaus übernimmt er administrative Aufgaben, wie beispielsweise das Schreiben von Berichten und Reden.

Damit Boubacar bequem arbeiten kann, mussten an seinem Arbeitsplatz ein paar Anpassungen vorgenommen werden. Sein Schreibtisch steht beispielsweise im vierten Stock, weil dort ein Aufzug hinführt. Seine Kollegen und Kolleginnen arbeiten dagegen im dritten Stock. Ein Jahr, nachdem Boubacar seine Arbeitsstelle angetreten hat, ist er sehr zufrieden damit, wie er am Arbeitsplatz eingebunden wird: „Meine Behinderung beeinträchtigt mich bei der Arbeit hier überhaupt nicht. Sie spielt keine Rolle“, sagt er. “Meine Kollegen respektieren mich und ich habe eine wirklich gute Beziehung zu ihnen.“

Auf dieser Erfahrung aufbauend möchte Boubacar für eine internationale Organisation im Bereich Migration arbeiten, an dem er sehr interessiert ist.

 

[1] NEPAD: New Partnership for Africa’s Development (Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung)

Unsere aktionen
Land
für Land

Nehmen Sie Kontakt mit uns auf

Möchten Sie weitere Informationen erhalten ?

Wir sind da, um Sie zu informieren

Sacha VICIC
Verantwortliche(r) für Kommunikation
(+352) 42 80 60 23
s.vicic@hi.org

Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Ein Tag mit einem Minenräumungs-Team
© J-J. Bernard / Handicap International

Ein Tag mit einem Minenräumungs-Team

Ein Tag unterwegs mit einem Minenräumungs-Team in der Casamnce, Senegal.

Eine Mine kommt niemals allein – was tun, wenn man eine findet?
© J-J. Bernard / Handicap International

Eine Mine kommt niemals allein – was tun, wenn man eine findet?

Die gewalttätigen Konflikte, die der Region Casamance im Senegal dreißig Jahre lang zugesetzt haben, sind nun vorbei. Aber die Antipersonen-Minen sind immer noch da und bedrohen das Leben der Zivilbevölkerung. Zeitgleich mit unserer Arbeit in der Minenräumung informieren und sensibilisieren wir zusammen mit unserem Partner, der Association Senegalaise des victimes de mines (ASVM), die Bevölkerung über die Gefahren der Minen. Innerhalb von acht Monaten klären wir so in 60 Schulen und 65 Dörfern auf.

Minenräumerin Fatou: schon 50 Minen entschärft
© J-J. Bernard / Handicap International

Minenräumerin Fatou: schon 50 Minen entschärft

Sieben Jahre Berufserfahrung, mehr als 50 Minen gefunden und zerstört: Das ist die eindrucksvolle Erfolgsbilanz der erst 31-jährigen Fatou Diaw. Sie geht mit dem Metalldetektor ebenso sicher um wie mit der Sonde oder der Sense. Sie kennt alle Facetten des Berufs der Minenräumerin. Fatou erzählt uns, wie für sie daraus eine Leidenschaft wurde.