Vorbereitung auf die schlimmste humanitäre Krise seit 70 Jahren

Seit 2016 leiden 20 Millionen Menschen im Südsudan, in Somalia, im Jemen und im Nordosten Nigerias unter einer schlimmen Nahrungsmittelkrise. Sie wurde ausgelöst durch eine Dürre, die seit mehreren Monaten in einigen Ländern Ostafrikas vorherrscht: in Somalia, Kenia, Äthiopien, Dschibuti, Uganda, Südsudan und in geringerem Ausmaß auch in Tansania. In manchen Ländern wird die schwere Lebensmittelknappheit noch zusätzlich durch Konflikte verstärkt. Handicap International bereitet sich darauf vor, der schlimmsten humanitären Krise seit dem Zweiten Weltkrieg entgegenzuwirken.

Auch in den Flüchtlingslagern wird das Wasser knapp. Die Dürre betrifft viele Camps wie hier Kakuma in Kenia. | © E.Cartuyvels/Handicap International

SOMALIA

  • In Somalia will Handicap International andere humanitäre Organisationen sensibilisieren und schulen, damit auch sie die schutzbedürftigsten Menschen (Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Kinder, schwangere Frauen etc.) in ihren Nothilfeeinsätzen besser berücksichtigen.
  • Weiterer Schwerpunkt ist der langfristige Zugang zu Wasser und zu Nahrungsmitteln: „Nach monatelangen, schweren Dürren könnte die Regenzeit, die jetzt beginnt, für die Bevölkerung katastrophal werden. Ab Juli wird dann eine zweite Dürrezeit vorhergesagt. Wir wollen der betroffenen Bevölkerung daher einen nachhaltigen Zugang zu Wasser und Nahrungsmitteln schaffen. Dies könnte beispielweise geschehen, indem Brunnen gebaut werden und Landparzellen bereitgestellt werden, auf denen widerstandsfähige landwirtschaftliche Produkte angebaut werden, die dem Klimawandel standhalten“, erklärt Xavier Duvauchelle, Leiter der Programme für Ost- und Südafrika.
  • Handicap International sieht auch vor, unterernährte Kinder mit Physiotherapie zu versorgen. „In vielen Fällen kann physiotherapeutische Behandlung bei unternährten Kindern notwendig sein, damit keine lebenslange Behinderung entsteht. Denn Kinder, die unter Hunger leiden, können als Folge der Mangelernährung Entwicklungsstörungen aufweisen. Außerdem verursacht Unterernährung auch Atemwegsinfektionen. Auch in diesen Fällen können unsere Fachkräfte für Physiotherapie aktiv werden, um Komplikationen zu vermeiden.“ In solchen Situationen organisiert Handicap International auch Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Eltern, damit sie diese gesundheitlichen Probleme selbst erkennen können.

SÜDSUDAN

  • Im Südsudan stellt Handicap International sicher, dass die schutzbedürftigsten Menschen (Menschen mit Behinderung, ältere Menschen, Kinder, schwangere Frauen etc.) von den humanitären Programmen vor Ort berücksichtigt werden, die andere internationale Hilfsorganisationen durchführen.
  • In den Regionen des Landes, in denen wir bereits tätig sind, könnten wir uns an der Verteilung von Lebensmitteln und Wasser beteiligen, physiotherapeutische Behandlungen durchführen und psychologische Unterstützung leisten. Dies wird jeweils davon abhängig sein, inwiefern die Bedürfnisse von den anderen humanitären Organisationen vor Ort gedeckt werden können.

Lesen Sie hier mehr zur Hungersnot in Südsudan

JEMEN

  • Im Jemen verursacht der Konflikt, der seit zwei Jahren tobt, eine Situation allgemeiner Lebensmittelunsicherheit. „In diesem Land hat der Krieg den Import von Nahrungsmitteln stark durcheinandergebracht. Vor allem hat er die Mittel für den Lebensunterhalt und die Einkommensquellen der Haushalte beträchtlich verringert“, erklärt Arnaud Pont, Leiter der Nothilfeeinsätze im Jemen. Die Teams von Handicap International vor Ort ermitteln derzeit die Bedürfnisse, um einen möglichen Einsatz zu planen.
Einsatz weltweit:
Helfen
Sie mit

Lesen sie weiter

Hilfe nach Vulkanausbruch in Goma
© J. De Beaucorps / HI

Hilfe nach Vulkanausbruch in Goma

Nach dem Ausbruch des Nyiragongo-Vulkans in der Nähe von Goma in der Provinz Nord-Kivu, Demokratische Republik Kongo, hilft Handicap International (HI) der vertriebenen Bevölkerung.

Beirut drei Monate danach
© Tom Nicholson/ HI

Beirut drei Monate danach

Die Lage in Beirut ist aufgrund der Explosion im August 2020 weiterhin angespannt.

HI-Mitarbeiterin Zeina berichtet aus Beirut
© HI

HI-Mitarbeiterin Zeina berichtet aus Beirut

Die Libanesin Zeina koordiniert ein Nothilfe-Team von 25 Experten und Expertinnen in Beirut. Die Situation ist schlimmer, als sie es für möglich gehalten hat.